eGK einlesen und VSDM am Self-Check-in-Terminal

Kurz erklärt: Am Self-Check-in-Terminal von allavia stecken Patienten ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) selbst ein. Mit medatixx oder QUINCY läuft dabei das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM), der Schein wird angelegt und der Patient steht im Wartezimmer Ihres Praxisverwaltungssystems – ohne dass Ihr Empfang die Karte in die Hand nehmen muss.

Was ist VSDM und warum ist es für Praxen Pflicht?

Seit dem 1. Juli 2019 ist das Versichertenstammdatenmanagement für Arztpraxen und MVZ verpflichtend. Beim ersten Kontakt eines gesetzlich Versicherten im Quartal wird online über die Telematikinfrastruktur geprüft, ob die Daten auf der eGK mit denen der Krankenkasse übereinstimmen und ob der Versicherungsschutz besteht. Geänderte Daten, etwa eine neue Anschrift, werden direkt auf die Karte geschrieben.

Zu den Versichertenstammdaten gehören Vor- und Nachname, Geschlecht, Geburtsdatum, Anschrift, Krankenversichertennummer und Versichertenstatus. Praxen müssen der Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass sie das VSDM durchgeführt haben – sonst drohen Honorarkürzungen.

Technisch braucht es dafür einen Konnektor und ein eHealth-Kartenterminal. Genau so ein Kartenterminal sitzt auch im Self-Check-in-Terminal.

So läuft das Einlesen am Terminal ab

  1. Der Patient wählt seine Sprache – das Terminal ist mehrsprachig.
  2. Er steckt seine eGK in das Kartenterminal. Name und Geburtsdatum werden automatisch übernommen.
  3. allavia führt über medatixx oder QUINCY das VSDM durch und sucht den Patienten im PVS.
  4. Der Termin wird geprüft – im PVS-Kalender oder in den abgeglichenen Doctolib-Terminen.
  5. Fehlt noch ein Schein für das Quartal, wird er angelegt. Mit medatixx auch für HzV- und Privatpatienten.
  6. Der Patient erhält eine dreistellige Wartenummer und erscheint im Wartezimmer des PVS und in der allavia-Warteliste.

Welche Funktionen mit welchem System?

medatixx (HealthHub)

  • VSDM direkt am Terminal
  • Scheinanlage inkl. HzV, auch privat
  • Warteliste je Kalender, Arzt und Besuchsart
  • Dauerdiagnosen und Chronikerziffern übernehmen
  • Telefon und E-Mail aktualisieren

QUINCY (Frey)

  • VSDM direkt am Terminal
  • Patient finden oder (falls freigegeben) neu anlegen
  • Behandlungsschein bei Bedarf anlegen
  • QUINCY-Wartezimmerliste
  • Telefon und E-Mail aktualisieren

Andere PVS

  • Check-in per Touchscreen oder Wartenummer
  • kein VSDM am Terminal – die Karte wird an der Anmeldung eingelesen
  • Patientenaufruf mit allen GDT-fähigen PVS (Windows)

Doctolib

  • Terminabgleich mit Ihrem Doctolib-Kalender
  • VSDM nur in Kombination mit medatixx oder QUINCY

„Nur Karte einlesen“: E-Rezept und eAU ohne Warteschlange

Viele Patienten kommen nur, damit ihre Karte im Quartal eingelesen wird – zum Beispiel für ein E-Rezept oder eine eAU. Mit dem Besuchsgrund „Nur Karte einlesen“ erledigen sie das am Terminal. Sie landen direkt bei den fertigen Patienten und blockieren weder Anmeldung noch Wartezimmer. Ihr Team sieht trotzdem, wer da war.

Technik und Datenschutz

  • 18,5-Zoll-Touchscreen, Windows-Mini-PC, zertifiziertes Kartenterminal (in der Regel Cherry ST-1506) und optional Epson-Wartemarkendrucker
  • Das Kartenterminal bindet Ihr IT-Dienstleister wie jedes andere eHealth-Kartenterminal in die TI-Umgebung Ihrer Praxis ein (Kopplung mit dem Konnektor)
  • Am Aufstellort genügen Steckdose und LAN/WLAN; Konfiguration und Test erfolgen gemeinsam mit Ihrer IT per Fernwartung
  • Patientendaten in allavia werden am Ende des Tages automatisch gelöscht, die Server stehen bei IONOS in Frankfurt, alle Verbindungen sind verschlüsselt

Häufige Fragen

Was ist VSDM?

VSDM steht für Versichertenstammdatenmanagement. Beim Einlesen der eGK werden die Versichertendaten online über die Telematikinfrastruktur mit den Daten der Krankenkasse abgeglichen und bei Bedarf auf der Karte aktualisiert.

Kann das Self-Check-in-Terminal VSDM durchführen?

Ja, mit den PVS medatixx und QUINCY. Dort werden auch der Schein angelegt und der Patient ins Wartezimmer des PVS gesetzt. Mit anderen PVS checken Patienten per Touchscreen ein, die Karte wird dann an der Anmeldung eingelesen.

Welches Kartenterminal wird verwendet?

Ein zertifiziertes eHealth-Kartenterminal, in der Regel das Cherry ST-1506 – also dasselbe Gerät, das auch an vielen Anmeldungen steht.

Können Patienten nur ihre Karte einlesen, etwa für ein E-Rezept?

Ja. Mit dem Besuchsgrund „Nur Karte einlesen“ wird die eGK eingelesen und der Patient landet direkt bei den fertigen Patienten, ohne im Wartezimmer zu warten.

Was passiert, wenn der Patient seine Karte vergessen hat?

Er gibt Name und Geburtsdatum am Touchscreen ein und erhält trotzdem eine Wartenummer. Die Karte reicht er später an der Anmeldung nach.

Sie möchten wissen, ob allavia zu Ihrer Praxis passt? Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen PVS, Abläufe und Hardware.